Presse DE2019-06-07T08:28:16+02:00

Süddeutsche Zeitung vom 13.01.2014

Jetzt auf DVD erschienen:

Brauners Klassiker Frauenarzt Dr. Sibelius mit Lex Barker und Senta Berger in den Hauptrollen

 

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Frauenarzt Dr. Sibelius

Eine klassische Artur-Brauner-Produktion, Regie Rudolf Jugert. Liebe 62 in Deutschland,  Lex Barker, der gerade als Old Shatterhand durchstartet und bald drei Filme mit Robert Siodmak drehen wird, als Frauenarzt, von den Frauen angehimmelt, was seine Frau, Senta Berger, voll traumatisiert. Barbara Rütting als Jugendliebe, eine Reporterin, die keine Nacht am gleichen Ort bleibt. Die Ärzte sind, genregemäß, Royals der Nachkriegszeit, in ihren Sprechstunden halten sie Hof, und das Ehebett steht frei im Schlafzimmer. Wenn Barker nachts aus der Praxis kommt, zieht er sich im Bad um, Berger sieht nur Schatten an der Wand. Gespenstisch, eine Phantom-Ehe. (Die DVD wird von Pidax herausgebracht)

 

SZ vom 13.01.2014

 

http://www.sueddeutsche.de/95u38r/1762618/Frauenarzt-Dr-Sibelius.htm

RP Online 07.01.2014

Hannelore Elsner dreht im Tannenhof

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Kameramann Peter Joachim Krause nimmt die komplette Filmcrew ins Visier: Vorne sitzen Nicola Kastner, Catherine Flemming, Andreas Schmidt und Georg Martin, in der hinteren Reihe scheren Markus Maria Profitlich und Hannelore Elsner aus, neben ihr stehen Nikolas Kohrt und Julius Dombrink. FOTO: Nico Hertgen

Remscheid. Eine prominent besetzte Filmcrew war Dienstag in Remscheid zu Gast. Auch Markus Maria Profitlich war dabei. Von Cristina Segovia-Buendía

Prominenter Besuch in Remscheid: Die preisgekrönte Schauspielerin Hannelore Elsner und der ebenfalls mehrmals ausgezeichnete Jungschauspieler Max Riemelt drehten gestern in der Stiftung Tannenhof Szenen für einen neuen Film. Die sozialkritische Tragik-Komödie trägt den Namen “Auf das Leben” und soll kommenden Herbst in die Kinos kommen.

“Achtung, wir drehen jetzt”, ruft Regisseur Uwe Janson, dass es nur so durch die erste Etage des Jochen- Klepper-Hauses der Stiftung Tannenhof schallt. Alles wird still. Ein junger Mann mit dunklem Teint und zotteliger Mähne klopft an die Glastür, hinter der einige der Filmstars – Hannelore Elsner, Andreas Schmidt und Markus Maria Profitlich – scheinbar in einer Therapiestunde sitzen; Kameramänner, Licht- und Tontechniker inklusive. Der junge Mann tritt ein, spricht seinen Text. Die Aufnahmen laufen. “Danke. Das war nichts”, ruft Kameramann Peter Joachim Krause.
Hannelore Elsner – Eine deutsche Diva wird 70

Unter Filmfans kein Unbekannter: Krause hat schon in vielen TV-Filmen mitgewirkt und ganz große Kinohits wie “Godzilla” oder “Independence Day” mit Regisseur Roland Emmerich gefilmt. Noch einmal alles auf Anfang. Kurzes Gemurmel und Getuschel auf dem Flur, alle gehen auf Position, bis es wieder laut wird: “Achtung, wir drehen jetzt.” Immer und immer wieder wird dieselbe kurze Szene gedreht.

“Das ist ganz normal”, erzählt Comedian Markus Maria Profitlich in einer kurzen Drehpause. “Es wird ja immer aus einer anderen Perspektive gedreht, manchmal auch mit Nahaufnahmen.” Bei so vielen Wiederholungen trotzdem noch konzentriert zu bleiben und die gute Laune zu behalten, “das lernt man irgendwann”, sagte der mehrmalige Preisträger des Deutschen Comedy Preises. “Ich bin trotzdem froh, wenn wir fertig sind, ich kann den Text nämlich nicht mehr hören.” Erstmalig dreht er zusammen mit Hauptdarstellerin Hannelore Elsner: “Das war für mich sehr spannend, sie ist eine nette Kollegin und es macht Spaß mit ihr zu drehen.”

Gereist ist Profitlich schon viel, in Remscheid war er gestern allerdings zum ersten Mal und landete direkt im Tannenhof: “Die Location passt einfach optimal, da fühlt man sich schon direkt in die Situation hinein.” In dem Film spielt er den Therapieteilnehmer Hermann, “ein kindlicher und liebevoller Mensch”.

Der Film erzählt von der Begegnung zweier vom Schicksal gezeichneter Menschen, Ruth (Hannelore Elsner) und Jonas (Max Riemelt), die trotz des Altersunterschieds eine besondere Verbindung zueinander aufbauen und sich gegenseitig wieder zurück ins Leben helfen.

Produzentin Alicia Brauner ist von dem Erfolg des Films überzeugt. “Das ist ein ganz tolles Drehbuch und das wird ein wunderbarer Film.”

Berliner Zeitung 20.12.2013

Alice im Produzentenland

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Alice Brauner in den familieneigenen Studios in Spandau. Hier produziert sie gerade ihren dritten Kinofilm.
Foto: Markus Wächter

Als Kind eines legendären Filmmannes hat man es nicht leicht, den eigenen Weg zu gehen. Alice Brauner ist wie ihr Vater Artur dem Jüdischen verbunden. Aber sie hat ihre eigene Sicht darauf, wie man so etwas heute auf die Leinwand bringt.

Es gibt Zufälle, die viel von der Welt erzählen, in der ein Mensch sich bewegt. So ein Zufall begegnet der Filmproduzentin Alice Brauner an einem späten Novembertag in der Kurfürstenstraße 116 in Berlin. Es gibt dort eine schummrige Bar mit plüschigem Mobiliar, sie heißt Kleine Nachtrevue, und Alice Brauner hat sie als einen der Drehorte für den Film ausgewählt, den sie in diesen Tagen produziert. Die Szene, die gerade gedreht wird, spielt in den Siebzigerjahren: Ein junger Mann geht zögernd auf die Bühne, er heißt Victor. „Meine Damen und Herren“, sagt er schüchtern ins Mikrofon, „es folgt heute eine außerplanmäßige Zugabe. Ich kann kein Jiddisch, und ich kann nicht singen.“ Dann singt er stockend ein jüdisches Lied. „Ich hab dich zu viel lieb,/ ich trag auf dich kein Hass,/ ich hab dich zu viel lieb,/ zu machen von dir Spaß …“

Im Publikum steht eine zarte Frau im schwarzen Hosenanzug, eine junge Jüdin. Der Mann geht auf sie zu und fragt, ob sie seine Frau werden wolle. Die Frau zögert. „Nein, nein, ich will ja“, sagt sie dann.

Alice Brauner sitzt am Tresen der Bar und dafür, dass es erst ihr dritter Kinofilm ist, wirkt sie ziemlich entspannt. Plaudert in der Drehpause ein bisschen mit dem Kameramann, begrüßt mit einer Umarmung die Kostümbildnerin, sagt dem Pianisten, wie schön er spielt.

Draußen vor der Kleinen Nachtrevue – und jetzt kommt der Zufall ins Spiel – ist auf den Scheiben einer Bushaltestelle dokumentiert, dass hier der Jüdische Brüderverein zwischen 1908 und 1910 ein Vereins-und Wohnhaus gebaut hat. In der Nazizeit okkupierte die SS das Gebäude, hier saß ab 1941 das „Judenreferat IV B“ von Adolf Eichmann, das die Deportation der europäischen Juden in die Ghettos und später ihre Ermordung organisierte. Alice Brauner ist erstaunt, als sie das in einer Drehpause liest. Von diesem Ort habe sie nicht gewusst.

Das Erbe des Vaters

Also Zufall, dass ausgerechnet hier ein junger Mann einer jüdischen Frau seine Liebe erklärt, in einem Film, den Alice Brauner produziert? Bestimmt, und man kann solchen Merkwürdigkeiten in dieser Stadt an allen Ecken begegnen. Aber wir sind ja beim Film, glauben wir ruhig einen Moment daran, dass das Drehbuch des Lebens diesen kleinen Zufall so wollte. Alice Brauner ist ja selbst Kind einer jüdischen Familie, ihr Vater, Artur Brauner, floh als junger Mann gerade noch rechtzeitig vor Eichmanns Terror aus Polen in die Sowjetunion. Er entkam dem Holocaust, aber 47 Familienmitglieder wurden umgebracht. Das Thema hat den Vater ein Leben lang verfolgt, die Tochter ist damit groß geworden. Der Vater wurde ein berühmter Filmproduzent, die Tochter trat vor ein paar Jahren sein Erbe an und wurde selbst Produzentin. Der Vater und seine Vergangenheit, das Jüdische, die Filmarbeit der Tochter in der Gegenwart, für einen Moment scheint das alles an diesem Ort in der Kurfürstenstraße 116 zu verschmelzen.

Der Film, den Alice Brauner produziert, heißt „Auf das Leben“ und erzählt von der Jüdin Ruth. Sie ist 84 und lebt seit Langem in Berlin. Als Ruth noch jung war, sang sie manchmal in dieser Bar jüdische Lieder, in Rückblenden wird erzählt, wie sie dort Victor kennenlernt, der ihr einen Heiratsantrag macht. Die alte Ruth, sagt Alice Brauner, ist robust, selbstironisch, zufrieden mit ihrem Leben, traumatische Erfahrungen liegen weit hinter ihr. Bis sie erfährt, dass sie ihre Wohnung räumen soll, weil sie die Miete nicht mehr bezahlen kann. Bis sie ins Seniorenheim muss.

Es gab schon einmal einen Film über Ruth. Artur Brauner hat die Flucht des jüdischen Mädchens vor den deutschen Besatzern nach dem Überfall auf Polen erzählt. Wenn die Tochter sie jetzt fortsetzt, dann ist sie nicht frei von dieser Vorlage. Aber anders als ihr Vater es tun würde, will sie keine Holocaustgeschichte erzählen. „Ruth“, sagt Alice Brauner, „droht ein zweites Mal in ihrem Leben entwurzelt zu werden. Diesmal hat das aber nichts mit der Judenverfolgung zu tun. Wir erzählen vom Berliner Alltag. Es ist auch eine komische Geschichte. “

Ein paar Tage später sitzt Alice Brauner in einem hellen Büro der Filmproduktionsgesellschaft CCC in Berlin-Schmargendorf, sie ist die Geschäftsführerin und bespricht sich mit zwei ihrer Mitarbeiterinnen. An diesem Vormittag geht es um Lizenzen für die alten Filme, die immer noch gerne im Fernsehen gezeigt werden. Um Förderanträge, um sie in zeitgemäße HD-Qualität zu bringen. Um das DVD-Geschäft. Hinter ihr an der Wand hängen Plakate früherer erfolgreicher Produktionen ihres Vaters: Es muss nicht immer Kaviar sein. Der Tiger von Eschnapur. Es geschah am helllichten Tag. Die Spaziergängerin von Sans-Souci. Eine kleine Auswahl der 270 Filme, die Artur Brauner produziert hat und die ahnen lassen, in welche Fußstapfen Alice Brauner da tritt. Vor ihr hängen die Plakate ihrer eigenen vier Produktionen: Der Zug. So ein Schlamassel. Wunderkinder. Mission Housemen – eine Comedy-Serie für’s Internet.

Auf dem Tisch liegt ein dicker Katalog, Brauners Filme, sein Lebenswerk. Nach dem Krieg kommt Artur Brauner nach Berlin und gründet die Central Cinema Company. Er will Filme über den Holocaust machen. Sein erster heißt „Morituri“, Die Todgeweihten, der erste deutsche Nachkriegsfilm, der sich damit auseinandersetzt. Der Film floppt an der Kinokasse, nur wenige wollen das kurz nach dem Krieg sehen. Er verliert an diesem Film sein ganzes Geld und dreht dann erst einmal leichte Kost für’s Publikum: Dr. Mabuse, Edgar Wallace, Karl May. Musikfilme, Komödien, Krimis. Curd Jürgens und O. W. Fischer, Caterina Valente, Romy Schneider, Maria Schell sind seine Stars. Jetzt macht er gute Gewinne.

„Mein Vater setzte das Geld, das er mit dem Unterhaltungskino verdient hat, in Filmprojekten ein, die ihm eigentlich am Herzen liegen“, erzählt Alice Brauner. Anfang der Siebzigerjahre produziert er nur noch solche Filme. Sein „Hitlerjunge Salomon“ gewinnt einen Golden Globe und einen Oscar für das Drehbuch. Er müsse „die Opfer, die Gott nicht beachtete, die keine Gesichter haben, für immer unvergessen machen“, hat Brauner einmal gesagt. Niemand hat so viele Filme über den Holocaust gedreht wie er, 21 liegen in der Bibliothek von Yad Vashem. Kommerziell erfolgreich waren die meisten nicht, Brauner hat nach eigener Auskunft über 18 Millionen Euro mit ihnen verloren.

Alice Brauner hat den dicken Filmkatalog zum 95. Geburtstag ihres Vaters zusammenstellen lassen. Sie bewundert ihn für seine Energie und sein Geschick. Und sie weiß natürlich, dass die vielen Filme des Vaters heute immer noch das finanzielle Fundament sind, auf dem sie selbst produzieren kann. Aber es nervt sie auch, ständig den langen Schatten des Vaters zu spüren. „Egal, was ich mache“, sagt sie, „mir wird einfach nicht zugetraut, das alleine bewerkstelligt zu haben.“ Sie will als eigenständige Produzentin wahrgenommen werden.

Es war nicht ausgemacht, dass Alice Brauner die Firma eines Tages übernehmen würde, auch wenn die Beziehung zum Vater sehr eng war. Als junge Frau will sie sich emanzipieren, eigene Wege gehen. Also studiert sie in Berlin Neuere Geschichte, Politische Wissenschaften und Romanistik, arbeitet als Redakteurin bei ein paar Printmedien, dann als Interviewerin bei der Shoa-Stiftung von Steven Spielberg, die Aussagen von Überlebenden des Holocaust archiviert. Sie promoviert an der TU Berlin, wird Moderatorin beim Fernsehen. Erst kurz bevor sie 40 wird, steigt Alice Brauner auf Wunsch des Vaters in das Familienunternehmen ein.

„Ich wusste ja, dass das nicht leicht wird mit einem, der immer gesagt hat: Es gibt zwei Meinungen – meine und die falsche!“, erzählt sie. „Aber dass es so schwer wird, hätte ich nicht gedacht.“ Sie will jetzt selbst entscheiden, Stoffe entwickeln, Rollen besetzen, das Arbeitstempo bestimmen. Und Artur Brauner will mit über 90 noch immer nicht loslassen. Wenn sie eine Rolle besetzt, hat er jemand anderen im Auge. Wenn sie eine Geschichte erzählt, entwickelt er seine eigene Idee. Wenn sie entscheidet, nur zwei Filme im Jahr zu produzieren, weist er darauf hin, dass er es mal auf 18 gebracht hat.

Der alte Filmmogul will nicht die Kontrolle abgeben, die er ein Leben lang ausgeübt hat. Dass er oft andere Vorstellungen als seine Tochter hat, liegt auch an seiner Vergangenheit. Er will noch immer Geschichten erzählen, die auf möglichst drastische Weise darüber aufklären, was die Nazis den Juden angetan haben. Alice Brauner bevorzugt eine andere Erzählweise. Als sie vor ein paar Jahren „Wunderkinder“ produzierte, ihren ersten Kinofilm über das Schicksal dreier musikalisch hochbegabter Kinder in Kiew 1941, war sie dafür, den Terror, unter dem sie leiden, weniger körperlich als psychologisch darzustellen. Sie leiden, aber nicht sterben zu lassen. Sie hat sich gegen den Vater durchgesetzt. Auf einem Regal steht ROMY, der Österreichische Fernseh- und Filmpreis. Auf dem Sockel steht erstmals ihr Name, Alice Brauner, beste Produzentin eines Kinofilms. Der Film hat viele internationale Preise gewonnen, nur in Deutschland wurde er von den Juroren weitgehend ignoriert. Mit 40 000 Zuschauern war er im Kino auch nicht besonders erfolgreich.

Die Augen blitzen

Alice Brauner ist temperamentvoll, sie redet schnell und die Augen blitzen, wenn sie sich darüber aufregt, dass einer ihrer Filme nicht richtig wahrgenommen wird. Oder wenn sie von ihren Projekten erzählt. Sie zeigt ein Skript, das sie von der Drehbuchautorin Annette Hess entwickeln ließ, die mit der Serie „Weissensee“ erfolgreich war. „Anspruchsvolle politische Unterhaltung“, sagt Brauner. Bisher hat vom Fernsehen niemand angebissen, das ärgert sie. „Man traut mir so ein Projekt nicht zu, weil ich zu jung im Geschäft bin. Und weil es nichts Jüdisches ist. Aber wenn ich dann schon wieder mit einer jüdischen Geschichte komme, spüre ich den Überdruss bei den Sendern.“

Sie sagt, wie sehr sie ihre Produzentenkollegin Regina Ziegler bewundere für ihre vielen Projekte. Aber sie will so nicht arbeiten. Zwei Filme im Jahr, mehr sei für sie nicht zu stemmen. Auch ihrer zwei fünfzehnjährigen Söhne wegen, Zwillinge, für die sie da sein will. Sie sei nicht nur Filmproduzentin, sondern auch eine jüdische Mutter, sagt sie. Eine, die von Mitte, wo die Jungs in die Jüdische Oberschule gehen, noch mal zurück nach Zehlendorf fährt, um das Pausenbrot zu holen, das sie vergessen haben.

„Natürlich möchte ich auch weiter Filme machen, die sich mit dem Jüdischen beschäftigen“, sagt Alice Brauner. Was für ihren Vater der Holocaust war, sei für ihre Generation der jüdische Alltag von heute, jüdische Kultur und Lebensweise. „Wenn ich jüdische Musik höre, mit der ich aufgewachsen bin, dann bekomm’ ich Gänsehaut und fühle eine Verbundenheit, die schwer zu erklären ist.“

„So ein Schlamassel“ ist so ein Alltagsfilm, Alice Brauners erste eigene Fernsehproduktion. Der Film erzählt von den Hochzeitsplänen einer Jüdin mit einem Goi, einem Nichtjuden, und der mittelschweren Katastrophe, als die Familie der Tochter davon erfährt. Auch wieder eine Brauner-Geschichte, denn Alice hat die Familie schon zwei Mal mit so einer Hochzeit konfrontiert. Die hat geschluckt und musste es am Ende akzeptieren. Vom ersten Mann hat sie ihre zwei Kinder. Der zweite stammt aus einem alteingesessenen Münchner Zigarren- und Hutunternehmen und hat selbst eine Filmfirma gegründet. Zu Hause werden gemeinsam die jüdischen Festtage gefeiert. „Mein Mann lebt das Jüdische mit, und ich feiere mit seiner Familie Weihnachten.“

Die Elsner ist der Star

An einem Vormittag Anfang Dezember steht Alice Brauner vor den familieneigenen Filmstudios in Spandau. Ihr Vater hat sie nach dem Krieg in Spandau aufgebaut, all die Stars haben hier gearbeitet. Noch werden Filme gedreht und Alice Brauner wäre es am liebsten, es würde so bleiben. Aber Vater und Brüder sind auch im Immobiliengeschäft, und so kann es gut sein, dass an diesem schönen Ort in bester Wasserlage eines Tages Wohnungen entstehen, weil das mehr Rendite bringt. Ein bisschen würde es Alice Brauner dann so gehen wie ihrer Filmfigur Ruth, die mit der Wohnung einen Ort verliert, der ihr viel bedeutet.

Jetzt wartet sie erst mal auf den Star ihres neuen Films, der noch in der Maske ist. Für die Rolle der späten Ruth hat sie Hannelore Elsner gewonnen, ihre Wunschbesetzung. Sie erzählt, dass ihr Vater in den letzten Jahren öfter versucht habe, die Elsner zu besetzen, aber sie sollte immer ein jüdisches Opfer in der Zeit des Holocaust spielen. Hannelore Elsner wollte sich das nicht anmaßen und hat abgesagt. Man spürt den Stolz darauf, dass Alice Brauner jetzt etwas gelungen ist, das der Vater nicht geschafft hat. Ein Kinofilm mit einem der großen deutschen Filmstars in der Hauptrolle, das könnte die Aufmerksamkeit bringen, die sie sich auch im eigenen Land für ihre Arbeit erhofft.

Hannelore Elsner kommt mit einer Brezel in der Hand aus der Maske, sie trägt braune Slipper, eine Jogginghose und einen Mantel darüber, und stünden da nicht ihr Wohnwagen und ihr Assistent und Taschenträger, könnte man in diesem Moment denken, eine unscheinbare Komparsin habe sich zu der Produzentin gesellt. Hannelore Elsner sagt, dass sie Probleme mit ihrer Gesangsnummer in dem Film habe. Die Produzentin beruhigt sie.

Als dann im Atelier die Scheinwerfer angehen und die Kamera läuft, ist von der unscheinbaren Komparsin nichts mehr zu sehen. Alice Brauner steht beseelt zwischen ein paar Assistenten vor dem Monitor und schaut zu, wie die Elsner ihre Rolle spielt.

Remscheider General-Anzeiger 18.12.20.13

Elsner, Riemelt und Profitlich bei Dreharbeiten im Tannenhof

1986276518

Bekannte Gesichter standen gestern im Tannenhof vor der Kamera: Nikola Kastner, Catherine Flemming, Andreas Schmidt und Georg Marin (sitzend) sowie (stehend) Markus Maria Profitlich, Hannelore Elsner, Nikolas Kohrt, Julius Dombrink. Fotos (3): Michael Sieber

“Achtung Aufnahme” hieß es gestern immer wieder auf dem Gelände der Stiftung Tannenhof. Im Foyer und Garten des Georg Haffner-Hauses waren riesige Scheinwerfer aufgebaut, jede Menge Kameramänner waren zu sehen und natürlich das hochkarätig besetzte Schauspielerensemble, das hier Szenen für den Kinofilm “Auf das Leben” drehte.

“Hektisch geht es zu. Wie immer”, fasste es die Produzentin Alice Brauner zusammen. “Ich bin glücklich, dass wir hier drehen dürfen.”

Für die Hauptrollen hatte sie Hannelore Elsner (71) und Max Riemelt (29) gewonnen und nennt ihren Film “eine zutiefst menschliche Geschichte gegen die soziale Kälte”. Brauner: “Der Film hat viel mit Musik zu tun und ich als Tochter von Überlebenden des Holocaust denke, dass wir diesen Teil der Geschichte ausführlich genug geschildert haben. Jetzt möchte ich den Juden mit dieser lebensbejahenden, fröhlichen Musik ein Denkmal setzen.”

Im Fokus der Tragikkomödie stehen zwei Menschen, die beide keinen Sinn mehr in ihrem Leben sehen. Ruth (Hannelore Elsner) verliert die Lust am Leben, als sie nach der Zwangsräumung ihrer Wohnung in ein Seniorenheim umziehen muss, Jonas (Max Riemelt), als ihn die Freundin verlässt und er gegen die ersten Anzeichen einer schweren Krankheit ankämpfen muss. Als Möbelpacker begegnet er der alten Dame. Trotz des großen Altersunterschiedes spüren sie eine Seelenverwandtschaft.

“Ich war noch nie in Remscheid, bin extra über die Landstraße gefahren, um etwas von der Landschaft zu sehen. Das ist ein tolles Eckchen hier”, sagte Markus Maria Profitlich. Ihn kennt man eher aus dem Comedy-Bereich, im Film spielt er einen Therapieteilnehmer. “Hier bin ich Hermann, ein liebevoller, aber etwas kindlich denkender Mann, der versucht, etwas Ruhe in die Chaostruppe zu kriegen.”

Auch eine echte “Tatort”- Ermittlerin ist mit von der Partie

Sharon Brauner spielt die junge Ruth, die Zwölf- und die 40-Jährige. “Ich singe, diese jiddischen Lieder. Sie sprudeln aus mir heraus, ich kenne sie seit meiner Kindheit”, erzählt sie. Jonas Freundin Emely wird von Aylin Tezel verkörpert, die aus dem Dortmunder Tatort bekannt ist. “Den muss man hier doch kennen, wo Dortmund so nah ist”, sagt sie mit einem Augenzwinkern.

Heute und morgen werden die letzten Szenen in der Redoute in Bad Godesberg gedreht. “Für unser großes Abschlusskonzert, bei dem Frau Elsner singen wird, brauchen wir einen großen Saal”, erzählte Profitlich.

Im Herbst 2014 wird der Film in die Kinos kommen.

CCC Film: Neue Generation und neue Projekte

Die CCC Filmkunst ist die älteste aktive Produktionsfirma Deutschlands, die in über 60 Jahren mehr als 250 Kinofilme produziert hat.

 

Ihr Begründer Artur Brauner gehört zu jenen deutschen Filmproduzenten, die über 60 Jahre deutsche Filmgeschichte mitbestimmt haben. Er steht als Symbol für den deutschen Unterhaltungsfilm der 50er und 60er Jahre und ist nach wie vor zugleich Produzent einiger der wichtigsten westdeutschen Produktionen zur jüngsten deutschen Geschichte.

 

2006 ist seine Tochter, Dr. Alice Brauner, in die Firma eingestiegen. „Der Letzte Zug“ (2006) ist ihr erstes Filmprojekt, an dem sie maßgeblich bei der Fertigstellung beteiligt war. Der Film von Joseph Vilsmaier erhielt das Prädikat „besonders wertvoll“, den Bayerischen Filmpreis für die Regie und lief im Ausland erfolgreich im Kino (z. B. Spanien).

 

Neben der Kinosparte baut Alice Brauner auch die CCC Cinema und Television auf. „Der klassische TV Film ist in den letzten Jahren bei uns etwas vernachlässigt worden. Das will ich mit wenigen aber feinen Produktionen ändern.“ Ihre erste TV-Produktion entwickelte sie für die ARD-Degeto. “So ein Schlamassel” wurde am 29. Januar 2010 erstmalig ausgestrahlt. Erzählt wird die Geschichte einer jüdischen Frau, die sich hoffnungslos in einen deutschen Landschaftsarchitekten verliebt hat. Das Chaos ist vorprogrammiert, denn zwei kulturelle Welten, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, prallen aufeinander. Das Script hat der Münchener Autor Daniel Wolf („Zores“) geschrieben. Der Film lief bereits auf zahlreichen nationalen und internationalen Festivals (u. a. “Hof”, “Jerusalem”und “Warschau”).

 

Außerdem entwickelt sie mit Partnern die Sitcom DESPERATE HOUSEMEN, die als Web-Only-Produktion im Mai on air gehen wird. Drehbeginn: 18. März 2013.

 

Zur Zeit arbeitet die CCC Filmkunst zudem an einem Kinoprojekt mit dem Arbeitstitel „RUTH“, bei dem Uwe Janson Regie führen wird.

 

Einen weiteren bedeutenden Meilenstein in der Modernisierung der CCC Film und Television legen die Brauners mit einer Koproduktion, die einer der beliebtesten Leinwandschurken zurückkehren lässt: DR. MABUSE. Die Entwicklung dauert schon einige Jahre, weil die Produzenten darum bemüht sind, die Qualität der Fritz-Lang-Filme zu halten.

 

Artur Brauner und Dr. Alice Brauner haben die Verfilmungsrechte an der legendären „Dr. Mabuse“-Figur die in den 60er Jahren mit den Verfilmungen um den Super-Verbrecher ein Millionen-Publikum in den Kinos begeisterte an Universum Film veräußert.

 

Die Rat Pack Filmproduktion („Die Welle“, „Hui Buh das Schlossgespenst“, „Neues vom Wixxer“) wird gemeinsam mit der Universum Film (Koproduktionen u.a. „Open Water 2“, „Transsiberian“, „Prinzessin Lillifee“) und CCC Filmkunst das Buch entwickeln und den Film produzieren. Rat Pack-Produzent Christian Becker plant die Verfilmung von „Dr. Mabuse“ als großen und zeitgemäßen Kino-Action-Thriller mit gesellschaftskritischen Anspielungen.

 

1953 verkaufte Norbert Jacques die Rechte an der Figur des Dr. Mabuse an Artur Brauner und die Berliner CCC-Filmgesellschaft. Zwischen 1960 und 1964 entstanden so sechs neue schwarz/weiß-Mabuse-Filme: „Die 1000 Augen des Dr. Mabuse“, bei dem Fritz Lang Regie führte, sowie „Im Stahlnetz des Dr. Mabuse“ (1961), „Das Testament des Dr. Mabuse“ (1962), „Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse“ (1962), „Scotland Yard jagt Dr. Mabuse“ (1963), „Die Todesstrahlen des Dr. Mabuse“ (1964).

 

„Mein Vater Artur Brauner hat mit diesen Filmen Generationen unterhalten“, so Alice Brauner und ergänzt: „Wir freuen uns darauf, diese legendäre Figur gemeinsam mit der Universum Film und der Rat Pack-Filmproduktion modernisiert, originell und unterhaltsam in das neue Jahrtausend zu versetzen.“

Allgemeine Informationen:

60 JAHRE CCC-FILM ARTUR BRAUNER
Kontinuierliches Filmschaffen von 1946 bis heute
Download (ca. 500KB, PDF)

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Filmzyklus über die Opfer des Nationalsozialismus
Download (ca. 500KB, PDF)

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Artur Brauner: Biographie
Download (ca. 500KB, PDF)

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Filmbilder
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CCC Filmkunst / CCC Cinema & Television Logos
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März 2014

Januar 2014

Süddeutsche Zeitung vom 13.01.2014

Jetzt auf DVD erschienen:

Brauners Klassiker Frauenarzt Dr. Sibelius mit Lex Barker und Senta Berger in den Hauptrollen

 

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Frauenarzt Dr. Sibelius

Eine klassische Artur-Brauner-Produktion, Regie Rudolf Jugert. Liebe 62 in Deutschland,  Lex Barker, der gerade als Old Shatterhand durchstartet und bald drei Filme mit Robert Siodmak drehen wird, als Frauenarzt, von den Frauen angehimmelt, was seine Frau, Senta Berger, voll traumatisiert. Barbara Rütting als Jugendliebe, eine Reporterin, die keine Nacht am gleichen Ort bleibt. Die Ärzte sind, genregemäß, Royals der Nachkriegszeit, in ihren Sprechstunden halten sie Hof, und das Ehebett steht frei im Schlafzimmer. Wenn Barker nachts aus der Praxis kommt, zieht er sich im Bad um, Berger sieht nur Schatten an der Wand. Gespenstisch, eine Phantom-Ehe. (Die DVD wird von Pidax herausgebracht)

 

SZ vom 13.01.2014

 

http://www.sueddeutsche.de/95u38r/1762618/Frauenarzt-Dr-Sibelius.htm

RP Online 07.01.2014

Hannelore Elsner dreht im Tannenhof

1986276518

Kameramann Peter Joachim Krause nimmt die komplette Filmcrew ins Visier: Vorne sitzen Nicola Kastner, Catherine Flemming, Andreas Schmidt und Georg Martin, in der hinteren Reihe scheren Markus Maria Profitlich und Hannelore Elsner aus, neben ihr stehen Nikolas Kohrt und Julius Dombrink. FOTO: Nico Hertgen

Remscheid. Eine prominent besetzte Filmcrew war Dienstag in Remscheid zu Gast. Auch Markus Maria Profitlich war dabei. Von Cristina Segovia-Buendía

Prominenter Besuch in Remscheid: Die preisgekrönte Schauspielerin Hannelore Elsner und der ebenfalls mehrmals ausgezeichnete Jungschauspieler Max Riemelt drehten gestern in der Stiftung Tannenhof Szenen für einen neuen Film. Die sozialkritische Tragik-Komödie trägt den Namen “Auf das Leben” und soll kommenden Herbst in die Kinos kommen.

“Achtung, wir drehen jetzt”, ruft Regisseur Uwe Janson, dass es nur so durch die erste Etage des Jochen- Klepper-Hauses der Stiftung Tannenhof schallt. Alles wird still. Ein junger Mann mit dunklem Teint und zotteliger Mähne klopft an die Glastür, hinter der einige der Filmstars – Hannelore Elsner, Andreas Schmidt und Markus Maria Profitlich – scheinbar in einer Therapiestunde sitzen; Kameramänner, Licht- und Tontechniker inklusive. Der junge Mann tritt ein, spricht seinen Text. Die Aufnahmen laufen. “Danke. Das war nichts”, ruft Kameramann Peter Joachim Krause.
Hannelore Elsner – Eine deutsche Diva wird 70

Unter Filmfans kein Unbekannter: Krause hat schon in vielen TV-Filmen mitgewirkt und ganz große Kinohits wie “Godzilla” oder “Independence Day” mit Regisseur Roland Emmerich gefilmt. Noch einmal alles auf Anfang. Kurzes Gemurmel und Getuschel auf dem Flur, alle gehen auf Position, bis es wieder laut wird: “Achtung, wir drehen jetzt.” Immer und immer wieder wird dieselbe kurze Szene gedreht.

“Das ist ganz normal”, erzählt Comedian Markus Maria Profitlich in einer kurzen Drehpause. “Es wird ja immer aus einer anderen Perspektive gedreht, manchmal auch mit Nahaufnahmen.” Bei so vielen Wiederholungen trotzdem noch konzentriert zu bleiben und die gute Laune zu behalten, “das lernt man irgendwann”, sagte der mehrmalige Preisträger des Deutschen Comedy Preises. “Ich bin trotzdem froh, wenn wir fertig sind, ich kann den Text nämlich nicht mehr hören.” Erstmalig dreht er zusammen mit Hauptdarstellerin Hannelore Elsner: “Das war für mich sehr spannend, sie ist eine nette Kollegin und es macht Spaß mit ihr zu drehen.”

Gereist ist Profitlich schon viel, in Remscheid war er gestern allerdings zum ersten Mal und landete direkt im Tannenhof: “Die Location passt einfach optimal, da fühlt man sich schon direkt in die Situation hinein.” In dem Film spielt er den Therapieteilnehmer Hermann, “ein kindlicher und liebevoller Mensch”.

Der Film erzählt von der Begegnung zweier vom Schicksal gezeichneter Menschen, Ruth (Hannelore Elsner) und Jonas (Max Riemelt), die trotz des Altersunterschieds eine besondere Verbindung zueinander aufbauen und sich gegenseitig wieder zurück ins Leben helfen.

Produzentin Alicia Brauner ist von dem Erfolg des Films überzeugt. “Das ist ein ganz tolles Drehbuch und das wird ein wunderbarer Film.”

Berliner Zeitung 20.12.2013

Alice im Produzentenland

1

Alice Brauner in den familieneigenen Studios in Spandau. Hier produziert sie gerade ihren dritten Kinofilm.
Foto: Markus Wächter

Als Kind eines legendären Filmmannes hat man es nicht leicht, den eigenen Weg zu gehen. Alice Brauner ist wie ihr Vater Artur dem Jüdischen verbunden. Aber sie hat ihre eigene Sicht darauf, wie man so etwas heute auf die Leinwand bringt.

Es gibt Zufälle, die viel von der Welt erzählen, in der ein Mensch sich bewegt. So ein Zufall begegnet der Filmproduzentin Alice Brauner an einem späten Novembertag in der Kurfürstenstraße 116 in Berlin. Es gibt dort eine schummrige Bar mit plüschigem Mobiliar, sie heißt Kleine Nachtrevue, und Alice Brauner hat sie als einen der Drehorte für den Film ausgewählt, den sie in diesen Tagen produziert. Die Szene, die gerade gedreht wird, spielt in den Siebzigerjahren: Ein junger Mann geht zögernd auf die Bühne, er heißt Victor. „Meine Damen und Herren“, sagt er schüchtern ins Mikrofon, „es folgt heute eine außerplanmäßige Zugabe. Ich kann kein Jiddisch, und ich kann nicht singen.“ Dann singt er stockend ein jüdisches Lied. „Ich hab dich zu viel lieb,/ ich trag auf dich kein Hass,/ ich hab dich zu viel lieb,/ zu machen von dir Spaß …“

Im Publikum steht eine zarte Frau im schwarzen Hosenanzug, eine junge Jüdin. Der Mann geht auf sie zu und fragt, ob sie seine Frau werden wolle. Die Frau zögert. „Nein, nein, ich will ja“, sagt sie dann.

Alice Brauner sitzt am Tresen der Bar und dafür, dass es erst ihr dritter Kinofilm ist, wirkt sie ziemlich entspannt. Plaudert in der Drehpause ein bisschen mit dem Kameramann, begrüßt mit einer Umarmung die Kostümbildnerin, sagt dem Pianisten, wie schön er spielt.

Draußen vor der Kleinen Nachtrevue – und jetzt kommt der Zufall ins Spiel – ist auf den Scheiben einer Bushaltestelle dokumentiert, dass hier der Jüdische Brüderverein zwischen 1908 und 1910 ein Vereins-und Wohnhaus gebaut hat. In der Nazizeit okkupierte die SS das Gebäude, hier saß ab 1941 das „Judenreferat IV B“ von Adolf Eichmann, das die Deportation der europäischen Juden in die Ghettos und später ihre Ermordung organisierte. Alice Brauner ist erstaunt, als sie das in einer Drehpause liest. Von diesem Ort habe sie nicht gewusst.

Das Erbe des Vaters

Also Zufall, dass ausgerechnet hier ein junger Mann einer jüdischen Frau seine Liebe erklärt, in einem Film, den Alice Brauner produziert? Bestimmt, und man kann solchen Merkwürdigkeiten in dieser Stadt an allen Ecken begegnen. Aber wir sind ja beim Film, glauben wir ruhig einen Moment daran, dass das Drehbuch des Lebens diesen kleinen Zufall so wollte. Alice Brauner ist ja selbst Kind einer jüdischen Familie, ihr Vater, Artur Brauner, floh als junger Mann gerade noch rechtzeitig vor Eichmanns Terror aus Polen in die Sowjetunion. Er entkam dem Holocaust, aber 47 Familienmitglieder wurden umgebracht. Das Thema hat den Vater ein Leben lang verfolgt, die Tochter ist damit groß geworden. Der Vater wurde ein berühmter Filmproduzent, die Tochter trat vor ein paar Jahren sein Erbe an und wurde selbst Produzentin. Der Vater und seine Vergangenheit, das Jüdische, die Filmarbeit der Tochter in der Gegenwart, für einen Moment scheint das alles an diesem Ort in der Kurfürstenstraße 116 zu verschmelzen.

Der Film, den Alice Brauner produziert, heißt „Auf das Leben“ und erzählt von der Jüdin Ruth. Sie ist 84 und lebt seit Langem in Berlin. Als Ruth noch jung war, sang sie manchmal in dieser Bar jüdische Lieder, in Rückblenden wird erzählt, wie sie dort Victor kennenlernt, der ihr einen Heiratsantrag macht. Die alte Ruth, sagt Alice Brauner, ist robust, selbstironisch, zufrieden mit ihrem Leben, traumatische Erfahrungen liegen weit hinter ihr. Bis sie erfährt, dass sie ihre Wohnung räumen soll, weil sie die Miete nicht mehr bezahlen kann. Bis sie ins Seniorenheim muss.

Es gab schon einmal einen Film über Ruth. Artur Brauner hat die Flucht des jüdischen Mädchens vor den deutschen Besatzern nach dem Überfall auf Polen erzählt. Wenn die Tochter sie jetzt fortsetzt, dann ist sie nicht frei von dieser Vorlage. Aber anders als ihr Vater es tun würde, will sie keine Holocaustgeschichte erzählen. „Ruth“, sagt Alice Brauner, „droht ein zweites Mal in ihrem Leben entwurzelt zu werden. Diesmal hat das aber nichts mit der Judenverfolgung zu tun. Wir erzählen vom Berliner Alltag. Es ist auch eine komische Geschichte. “

Ein paar Tage später sitzt Alice Brauner in einem hellen Büro der Filmproduktionsgesellschaft CCC in Berlin-Schmargendorf, sie ist die Geschäftsführerin und bespricht sich mit zwei ihrer Mitarbeiterinnen. An diesem Vormittag geht es um Lizenzen für die alten Filme, die immer noch gerne im Fernsehen gezeigt werden. Um Förderanträge, um sie in zeitgemäße HD-Qualität zu bringen. Um das DVD-Geschäft. Hinter ihr an der Wand hängen Plakate früherer erfolgreicher Produktionen ihres Vaters: Es muss nicht immer Kaviar sein. Der Tiger von Eschnapur. Es geschah am helllichten Tag. Die Spaziergängerin von Sans-Souci. Eine kleine Auswahl der 270 Filme, die Artur Brauner produziert hat und die ahnen lassen, in welche Fußstapfen Alice Brauner da tritt. Vor ihr hängen die Plakate ihrer eigenen vier Produktionen: Der Zug. So ein Schlamassel. Wunderkinder. Mission Housemen – eine Comedy-Serie für’s Internet.

Auf dem Tisch liegt ein dicker Katalog, Brauners Filme, sein Lebenswerk. Nach dem Krieg kommt Artur Brauner nach Berlin und gründet die Central Cinema Company. Er will Filme über den Holocaust machen. Sein erster heißt „Morituri“, Die Todgeweihten, der erste deutsche Nachkriegsfilm, der sich damit auseinandersetzt. Der Film floppt an der Kinokasse, nur wenige wollen das kurz nach dem Krieg sehen. Er verliert an diesem Film sein ganzes Geld und dreht dann erst einmal leichte Kost für’s Publikum: Dr. Mabuse, Edgar Wallace, Karl May. Musikfilme, Komödien, Krimis. Curd Jürgens und O. W. Fischer, Caterina Valente, Romy Schneider, Maria Schell sind seine Stars. Jetzt macht er gute Gewinne.

„Mein Vater setzte das Geld, das er mit dem Unterhaltungskino verdient hat, in Filmprojekten ein, die ihm eigentlich am Herzen liegen“, erzählt Alice Brauner. Anfang der Siebzigerjahre produziert er nur noch solche Filme. Sein „Hitlerjunge Salomon“ gewinnt einen Golden Globe und einen Oscar für das Drehbuch. Er müsse „die Opfer, die Gott nicht beachtete, die keine Gesichter haben, für immer unvergessen machen“, hat Brauner einmal gesagt. Niemand hat so viele Filme über den Holocaust gedreht wie er, 21 liegen in der Bibliothek von Yad Vashem. Kommerziell erfolgreich waren die meisten nicht, Brauner hat nach eigener Auskunft über 18 Millionen Euro mit ihnen verloren.

Alice Brauner hat den dicken Filmkatalog zum 95. Geburtstag ihres Vaters zusammenstellen lassen. Sie bewundert ihn für seine Energie und sein Geschick. Und sie weiß natürlich, dass die vielen Filme des Vaters heute immer noch das finanzielle Fundament sind, auf dem sie selbst produzieren kann. Aber es nervt sie auch, ständig den langen Schatten des Vaters zu spüren. „Egal, was ich mache“, sagt sie, „mir wird einfach nicht zugetraut, das alleine bewerkstelligt zu haben.“ Sie will als eigenständige Produzentin wahrgenommen werden.

Es war nicht ausgemacht, dass Alice Brauner die Firma eines Tages übernehmen würde, auch wenn die Beziehung zum Vater sehr eng war. Als junge Frau will sie sich emanzipieren, eigene Wege gehen. Also studiert sie in Berlin Neuere Geschichte, Politische Wissenschaften und Romanistik, arbeitet als Redakteurin bei ein paar Printmedien, dann als Interviewerin bei der Shoa-Stiftung von Steven Spielberg, die Aussagen von Überlebenden des Holocaust archiviert. Sie promoviert an der TU Berlin, wird Moderatorin beim Fernsehen. Erst kurz bevor sie 40 wird, steigt Alice Brauner auf Wunsch des Vaters in das Familienunternehmen ein.

„Ich wusste ja, dass das nicht leicht wird mit einem, der immer gesagt hat: Es gibt zwei Meinungen – meine und die falsche!“, erzählt sie. „Aber dass es so schwer wird, hätte ich nicht gedacht.“ Sie will jetzt selbst entscheiden, Stoffe entwickeln, Rollen besetzen, das Arbeitstempo bestimmen. Und Artur Brauner will mit über 90 noch immer nicht loslassen. Wenn sie eine Rolle besetzt, hat er jemand anderen im Auge. Wenn sie eine Geschichte erzählt, entwickelt er seine eigene Idee. Wenn sie entscheidet, nur zwei Filme im Jahr zu produzieren, weist er darauf hin, dass er es mal auf 18 gebracht hat.

Der alte Filmmogul will nicht die Kontrolle abgeben, die er ein Leben lang ausgeübt hat. Dass er oft andere Vorstellungen als seine Tochter hat, liegt auch an seiner Vergangenheit. Er will noch immer Geschichten erzählen, die auf möglichst drastische Weise darüber aufklären, was die Nazis den Juden angetan haben. Alice Brauner bevorzugt eine andere Erzählweise. Als sie vor ein paar Jahren „Wunderkinder“ produzierte, ihren ersten Kinofilm über das Schicksal dreier musikalisch hochbegabter Kinder in Kiew 1941, war sie dafür, den Terror, unter dem sie leiden, weniger körperlich als psychologisch darzustellen. Sie leiden, aber nicht sterben zu lassen. Sie hat sich gegen den Vater durchgesetzt. Auf einem Regal steht ROMY, der Österreichische Fernseh- und Filmpreis. Auf dem Sockel steht erstmals ihr Name, Alice Brauner, beste Produzentin eines Kinofilms. Der Film hat viele internationale Preise gewonnen, nur in Deutschland wurde er von den Juroren weitgehend ignoriert. Mit 40 000 Zuschauern war er im Kino auch nicht besonders erfolgreich.

Die Augen blitzen

Alice Brauner ist temperamentvoll, sie redet schnell und die Augen blitzen, wenn sie sich darüber aufregt, dass einer ihrer Filme nicht richtig wahrgenommen wird. Oder wenn sie von ihren Projekten erzählt. Sie zeigt ein Skript, das sie von der Drehbuchautorin Annette Hess entwickeln ließ, die mit der Serie „Weissensee“ erfolgreich war. „Anspruchsvolle politische Unterhaltung“, sagt Brauner. Bisher hat vom Fernsehen niemand angebissen, das ärgert sie. „Man traut mir so ein Projekt nicht zu, weil ich zu jung im Geschäft bin. Und weil es nichts Jüdisches ist. Aber wenn ich dann schon wieder mit einer jüdischen Geschichte komme, spüre ich den Überdruss bei den Sendern.“

Sie sagt, wie sehr sie ihre Produzentenkollegin Regina Ziegler bewundere für ihre vielen Projekte. Aber sie will so nicht arbeiten. Zwei Filme im Jahr, mehr sei für sie nicht zu stemmen. Auch ihrer zwei fünfzehnjährigen Söhne wegen, Zwillinge, für die sie da sein will. Sie sei nicht nur Filmproduzentin, sondern auch eine jüdische Mutter, sagt sie. Eine, die von Mitte, wo die Jungs in die Jüdische Oberschule gehen, noch mal zurück nach Zehlendorf fährt, um das Pausenbrot zu holen, das sie vergessen haben.

„Natürlich möchte ich auch weiter Filme machen, die sich mit dem Jüdischen beschäftigen“, sagt Alice Brauner. Was für ihren Vater der Holocaust war, sei für ihre Generation der jüdische Alltag von heute, jüdische Kultur und Lebensweise. „Wenn ich jüdische Musik höre, mit der ich aufgewachsen bin, dann bekomm’ ich Gänsehaut und fühle eine Verbundenheit, die schwer zu erklären ist.“

„So ein Schlamassel“ ist so ein Alltagsfilm, Alice Brauners erste eigene Fernsehproduktion. Der Film erzählt von den Hochzeitsplänen einer Jüdin mit einem Goi, einem Nichtjuden, und der mittelschweren Katastrophe, als die Familie der Tochter davon erfährt. Auch wieder eine Brauner-Geschichte, denn Alice hat die Familie schon zwei Mal mit so einer Hochzeit konfrontiert. Die hat geschluckt und musste es am Ende akzeptieren. Vom ersten Mann hat sie ihre zwei Kinder. Der zweite stammt aus einem alteingesessenen Münchner Zigarren- und Hutunternehmen und hat selbst eine Filmfirma gegründet. Zu Hause werden gemeinsam die jüdischen Festtage gefeiert. „Mein Mann lebt das Jüdische mit, und ich feiere mit seiner Familie Weihnachten.“

Die Elsner ist der Star

An einem Vormittag Anfang Dezember steht Alice Brauner vor den familieneigenen Filmstudios in Spandau. Ihr Vater hat sie nach dem Krieg in Spandau aufgebaut, all die Stars haben hier gearbeitet. Noch werden Filme gedreht und Alice Brauner wäre es am liebsten, es würde so bleiben. Aber Vater und Brüder sind auch im Immobiliengeschäft, und so kann es gut sein, dass an diesem schönen Ort in bester Wasserlage eines Tages Wohnungen entstehen, weil das mehr Rendite bringt. Ein bisschen würde es Alice Brauner dann so gehen wie ihrer Filmfigur Ruth, die mit der Wohnung einen Ort verliert, der ihr viel bedeutet.

Jetzt wartet sie erst mal auf den Star ihres neuen Films, der noch in der Maske ist. Für die Rolle der späten Ruth hat sie Hannelore Elsner gewonnen, ihre Wunschbesetzung. Sie erzählt, dass ihr Vater in den letzten Jahren öfter versucht habe, die Elsner zu besetzen, aber sie sollte immer ein jüdisches Opfer in der Zeit des Holocaust spielen. Hannelore Elsner wollte sich das nicht anmaßen und hat abgesagt. Man spürt den Stolz darauf, dass Alice Brauner jetzt etwas gelungen ist, das der Vater nicht geschafft hat. Ein Kinofilm mit einem der großen deutschen Filmstars in der Hauptrolle, das könnte die Aufmerksamkeit bringen, die sie sich auch im eigenen Land für ihre Arbeit erhofft.

Hannelore Elsner kommt mit einer Brezel in der Hand aus der Maske, sie trägt braune Slipper, eine Jogginghose und einen Mantel darüber, und stünden da nicht ihr Wohnwagen und ihr Assistent und Taschenträger, könnte man in diesem Moment denken, eine unscheinbare Komparsin habe sich zu der Produzentin gesellt. Hannelore Elsner sagt, dass sie Probleme mit ihrer Gesangsnummer in dem Film habe. Die Produzentin beruhigt sie.

Als dann im Atelier die Scheinwerfer angehen und die Kamera läuft, ist von der unscheinbaren Komparsin nichts mehr zu sehen. Alice Brauner steht beseelt zwischen ein paar Assistenten vor dem Monitor und schaut zu, wie die Elsner ihre Rolle spielt.

Remscheider General-Anzeiger 18.12.20.13

Elsner, Riemelt und Profitlich bei Dreharbeiten im Tannenhof

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Bekannte Gesichter standen gestern im Tannenhof vor der Kamera: Nikola Kastner, Catherine Flemming, Andreas Schmidt und Georg Marin (sitzend) sowie (stehend) Markus Maria Profitlich, Hannelore Elsner, Nikolas Kohrt, Julius Dombrink. Fotos (3): Michael Sieber

“Achtung Aufnahme” hieß es gestern immer wieder auf dem Gelände der Stiftung Tannenhof. Im Foyer und Garten des Georg Haffner-Hauses waren riesige Scheinwerfer aufgebaut, jede Menge Kameramänner waren zu sehen und natürlich das hochkarätig besetzte Schauspielerensemble, das hier Szenen für den Kinofilm “Auf das Leben” drehte.

“Hektisch geht es zu. Wie immer”, fasste es die Produzentin Alice Brauner zusammen. “Ich bin glücklich, dass wir hier drehen dürfen.”

Für die Hauptrollen hatte sie Hannelore Elsner (71) und Max Riemelt (29) gewonnen und nennt ihren Film “eine zutiefst menschliche Geschichte gegen die soziale Kälte”. Brauner: “Der Film hat viel mit Musik zu tun und ich als Tochter von Überlebenden des Holocaust denke, dass wir diesen Teil der Geschichte ausführlich genug geschildert haben. Jetzt möchte ich den Juden mit dieser lebensbejahenden, fröhlichen Musik ein Denkmal setzen.”

Im Fokus der Tragikkomödie stehen zwei Menschen, die beide keinen Sinn mehr in ihrem Leben sehen. Ruth (Hannelore Elsner) verliert die Lust am Leben, als sie nach der Zwangsräumung ihrer Wohnung in ein Seniorenheim umziehen muss, Jonas (Max Riemelt), als ihn die Freundin verlässt und er gegen die ersten Anzeichen einer schweren Krankheit ankämpfen muss. Als Möbelpacker begegnet er der alten Dame. Trotz des großen Altersunterschiedes spüren sie eine Seelenverwandtschaft.

“Ich war noch nie in Remscheid, bin extra über die Landstraße gefahren, um etwas von der Landschaft zu sehen. Das ist ein tolles Eckchen hier”, sagte Markus Maria Profitlich. Ihn kennt man eher aus dem Comedy-Bereich, im Film spielt er einen Therapieteilnehmer. “Hier bin ich Hermann, ein liebevoller, aber etwas kindlich denkender Mann, der versucht, etwas Ruhe in die Chaostruppe zu kriegen.”

Auch eine echte “Tatort”- Ermittlerin ist mit von der Partie

Sharon Brauner spielt die junge Ruth, die Zwölf- und die 40-Jährige. “Ich singe, diese jiddischen Lieder. Sie sprudeln aus mir heraus, ich kenne sie seit meiner Kindheit”, erzählt sie. Jonas Freundin Emely wird von Aylin Tezel verkörpert, die aus dem Dortmunder Tatort bekannt ist. “Den muss man hier doch kennen, wo Dortmund so nah ist”, sagt sie mit einem Augenzwinkern.

Heute und morgen werden die letzten Szenen in der Redoute in Bad Godesberg gedreht. “Für unser großes Abschlusskonzert, bei dem Frau Elsner singen wird, brauchen wir einen großen Saal”, erzählte Profitlich.

Im Herbst 2014 wird der Film in die Kinos kommen.

Januar 2013

CCC Film: Neue Generation und neue Projekte

Die CCC Filmkunst ist die älteste aktive Produktionsfirma Deutschlands, die in über 60 Jahren mehr als 250 Kinofilme produziert hat.

 

Ihr Begründer Artur Brauner gehört zu jenen deutschen Filmproduzenten, die über 60 Jahre deutsche Filmgeschichte mitbestimmt haben. Er steht als Symbol für den deutschen Unterhaltungsfilm der 50er und 60er Jahre und ist nach wie vor zugleich Produzent einiger der wichtigsten westdeutschen Produktionen zur jüngsten deutschen Geschichte.

 

2006 ist seine Tochter, Dr. Alice Brauner, in die Firma eingestiegen. „Der Letzte Zug“ (2006) ist ihr erstes Filmprojekt, an dem sie maßgeblich bei der Fertigstellung beteiligt war. Der Film von Joseph Vilsmaier erhielt das Prädikat „besonders wertvoll“, den Bayerischen Filmpreis für die Regie und lief im Ausland erfolgreich im Kino (z. B. Spanien).

 

Neben der Kinosparte baut Alice Brauner auch die CCC Cinema und Television auf. „Der klassische TV Film ist in den letzten Jahren bei uns etwas vernachlässigt worden. Das will ich mit wenigen aber feinen Produktionen ändern.“ Ihre erste TV-Produktion entwickelte sie für die ARD-Degeto. “So ein Schlamassel” wurde am 29. Januar 2010 erstmalig ausgestrahlt. Erzählt wird die Geschichte einer jüdischen Frau, die sich hoffnungslos in einen deutschen Landschaftsarchitekten verliebt hat. Das Chaos ist vorprogrammiert, denn zwei kulturelle Welten, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, prallen aufeinander. Das Script hat der Münchener Autor Daniel Wolf („Zores“) geschrieben. Der Film lief bereits auf zahlreichen nationalen und internationalen Festivals (u. a. “Hof”, “Jerusalem”und “Warschau”).

 

Außerdem entwickelt sie mit Partnern die Sitcom DESPERATE HOUSEMEN, die als Web-Only-Produktion im Mai on air gehen wird. Drehbeginn: 18. März 2013.

 

Zur Zeit arbeitet die CCC Filmkunst zudem an einem Kinoprojekt mit dem Arbeitstitel „RUTH“, bei dem Uwe Janson Regie führen wird.

 

Einen weiteren bedeutenden Meilenstein in der Modernisierung der CCC Film und Television legen die Brauners mit einer Koproduktion, die einer der beliebtesten Leinwandschurken zurückkehren lässt: DR. MABUSE. Die Entwicklung dauert schon einige Jahre, weil die Produzenten darum bemüht sind, die Qualität der Fritz-Lang-Filme zu halten.

 

Artur Brauner und Dr. Alice Brauner haben die Verfilmungsrechte an der legendären „Dr. Mabuse“-Figur die in den 60er Jahren mit den Verfilmungen um den Super-Verbrecher ein Millionen-Publikum in den Kinos begeisterte an Universum Film veräußert.

 

Die Rat Pack Filmproduktion („Die Welle“, „Hui Buh das Schlossgespenst“, „Neues vom Wixxer“) wird gemeinsam mit der Universum Film (Koproduktionen u.a. „Open Water 2“, „Transsiberian“, „Prinzessin Lillifee“) und CCC Filmkunst das Buch entwickeln und den Film produzieren. Rat Pack-Produzent Christian Becker plant die Verfilmung von „Dr. Mabuse“ als großen und zeitgemäßen Kino-Action-Thriller mit gesellschaftskritischen Anspielungen.

 

1953 verkaufte Norbert Jacques die Rechte an der Figur des Dr. Mabuse an Artur Brauner und die Berliner CCC-Filmgesellschaft. Zwischen 1960 und 1964 entstanden so sechs neue schwarz/weiß-Mabuse-Filme: „Die 1000 Augen des Dr. Mabuse“, bei dem Fritz Lang Regie führte, sowie „Im Stahlnetz des Dr. Mabuse“ (1961), „Das Testament des Dr. Mabuse“ (1962), „Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse“ (1962), „Scotland Yard jagt Dr. Mabuse“ (1963), „Die Todesstrahlen des Dr. Mabuse“ (1964).

 

„Mein Vater Artur Brauner hat mit diesen Filmen Generationen unterhalten“, so Alice Brauner und ergänzt: „Wir freuen uns darauf, diese legendäre Figur gemeinsam mit der Universum Film und der Rat Pack-Filmproduktion modernisiert, originell und unterhaltsam in das neue Jahrtausend zu versetzen.“

Allgemeine Informationen:

60 JAHRE CCC-FILM ARTUR BRAUNER
Kontinuierliches Filmschaffen von 1946 bis heute
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Filmzyklus über die Opfer des Nationalsozialismus
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Artur Brauner: Biographie
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Filmbilder
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CCC Filmkunst / CCC Cinema & Television Logos
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September 2010